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Für alle, die lieber zuhause am Bildschirm stöbern, hier unsere ersten Tipps.
Spitzentitel, für Sie gelesen (wird laufend fortgesetzt):
Thriller
Abschied von Kurt Wallander
Irgendwann musste es ja kommen, immerhin ist Wallander schon an die 60. Aber ein Leben ohne Kurt Wallander, ohne Henning Mankells berühmteste Romanfigur, geht das? Laut Mankell neigt sich mit seinem neusten Roman „Der Feind im Schatten“ Wallanders Berufsweg unaufhaltsam dem Ende zu.
Der Kriminialist, wieder mit all seinen Ecken und Kanten, löst – obwohl für Stockholm unzuständig – im neuen Thriller einen Mordfall, der unmittelbar in Wallanders engstes familiäres Umfeld führt. Zugleich enttarnt er einen lange gesuchten Top-Spion in der schwedischen Marine, mit überraschendem Schluss.
Es ist noch einmal Mankell „at his best“. Wallander wird definitiv älter, leidet massiv an Bluthochdruck und Diabetes, noch schlimmer: hat erste schwere Aussetzer im Kopf, lässt seine geladene Dienstwaffe in der Kneipe liegen. Aber er schont sich nicht.
Und dann besuchen ihn auch noch seine früheren Frauen (Mona, und Baiba). Die eine, um Hilfe zu suchen, und die andere, um für immer zu gehen.
Für Mankell-Fans reizvoll: an diversen Stellen erinnert sich Wallander an Schlüsselszenen aus früheren Mordfällen (Die 5. Frau, Mittsommermord, Der Mann der lächelte). Wallander, mit den berühmten Selbstzweifeln und mit dem Hang zur Melancholie, hat übrigens inzwischen einen Hund …
Das Ende sei natürlich nicht verraten. Nur so viel: Nie kostete es mehr Überwindung, die letzte Seite nicht zu lesen. Bevor ihre Zeit gekommen war…
Henning Mankell: Der Feind im Schatten, 590 S., Zsonlay, 26,00 €
Justizthriller
Vom Traum zum Alptraum sind es für Kyle McAvoy nur wenige Minuten. Gerade noch hochbegabter Jura-Absolvent der Elite-Universitat Yale mit den atemberaubendsten Angeboten der größten Anwaltkanzleien in der Tasche, taucht wie aus dem Nichts eine üble Geschichte aus frühen Studententagen auf. Kyle wird erpresst. Für ihn geht es um alles, spätestens dann, als ein Kommilitone von damals von den Erpressern kaltblütig erschossen wird. Für die Männer im Hintergrund zählt das gar nicht: Sie haben nur den größten Zivil-Prozess der US-Justizgeschichte im Visier, ein Milliardending um den Bau des neuen strategischen US-Atombombers. Kyle hat in diesem Krieg der Kanzleien, in diesem Powerplay keine Chance, aber er nutzt sie...
John Grisham ist hier erneut wieder ein absolutes Meisterwerk gelungen. Spannung bis der Arzt kommt, aber das eigentlich Größte und Unterhaltsamste sind seine drastischen Insider-Schilderungen aus dem mitunter abstrusen amerikanischen Rechtssystem. Vom Allerfeinsten. Garantie: Nach 447 Seiten würde man nur zu gerne weiterlesen ...
John Grisham: Der Anwalt, 447 S., Heyne, 21,95 €
Roman
Schon vor sechs Jahren hat der Australier Gregory David Roberts über sein bewegtes Leben einen autobiografischen Roman geschrieben, der seit 2008 nun auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Er erzählt die Geschichte des Gefängnisflüchtlings Lindsay, der aus Furcht vor Interpol in Bombay untertaucht. Er findet Erfüllung als Slumarzt und schließt unzählige Freundschaften mit den schillernden Gestalten, die in der indischen Metropole ihre Geschäfte machen oder auch nur schlicht zu überleben versuchen.
Shantaram ist ein moderner Abenteuerroman, der in Hinblick auf Spannung und packende Erzählweise historischen Vorbildern in nichts nachsteht. – Trotz seiner Überlänge entsteht in keinem Moment der Lektüre auch nur der Hauch von Langeweile. [mehr »]
Gregory David Roberts: Shantaram, 1088 S., Goldmann, 24,95 €
Thriller
Originell ist die zu Grunde liegende Romanidee auf jeden Fall: Ein Serientäter mordet stets nach dem gleichen Muster, seine Opfer sind ältere Männer mit wuchernden Augenbrauen und zarte, junge Frauen. Die »Könige« und »Prinzessinnen« sterben stets nachts und paarweise immer dann, wenn der örtliche Radiosender mit Klassikprogramm die Nocturne in Es-Dur von Frédéric Chopin ausstrahlt, die Mordmelodie.
Die polizeiliche Ermittlerin Elizabeth Taylor Hewitt, selbst eingefleischte Jazzliebhaberin, tastet sich in akribischer Kleinarbeit an den Mörder heran. – Ein musikalisch hinterlegter, spannungsgeladenener Thriller! [mehr »]
Sheldon Rusch: Mordmelodie, 360 S., Fischer Taschenbuch, 8,95 €
Thriller
Wir begleiten Mark Nelson, einen jungen Doktor der Psychologie und Vernehmungsexperten, in Echtzeit durch seinen ersten Arbeitstag im Ermittlerteam des englischen Kriminalinspektors John Mercer. Kopfüber hinein stürzen wir uns in den Fall eines Serienmörders, des 50/50 Killers, der sich auf Paare spezialisiert und sich zum Ziel gesetzt hat, die Beziehung zweier Menschen zu zerstören, bervor er zuletzt einen oder gar beide der Partner von der Folter erlöst und umbringt! — Ein besonders spannender, äußerst subtiler Thriller, der die Ermittler und ebenso die Leser in immer komplexere Verwirrungen stürzt und schließlich in einem unerwarteten und an Dramatik kaum zu überbietenden Finale gipfelt. [mehr »]
Steve Mosby: Der 50/50 Killer, 496 S., Droemer/Knaur, 19,90 €
Kinderbuch
Kinder und Zahnpflege: ein oft heilloses Kapitel. Jetzt gibt es endlich das ultimative Kinderbuch dazu, geschrieben von einer Zahnärztin und Mutter, Dr. Evelyn Leschhorn aus Offenbach. Mit Witz und Phantasie erzählt sie in Lola trinkt die Geschichte der Elefantendame Lola, und mit welch genialem Einfall die Zahnärztin die Lola aus einer misslichen Lage rettet... Ganz nebenbei werden Zahnpflege und Zahnarzt näher gebracht, wobei die wunderbar kindgerechten, sympathischen Zeichnungen von Stefan Stutz das Ihre beitragen. So mancher Knirps wird sich danach auf den nächsten Zahnarztbesuch schon freuen.
Dr. Evelyn Leschhorn: Lola trinkt, 34 S., Eigenverlag, ISBN 978-3-00-021044-0, 17,90 €
Historischer Roman
Der Erfolg ihres Romandebuts Irgendwo in Afrika hat die Autorin Stefanie Zweig beflügelt. Nach der Verfilmung der autobiografischen Geschichte um die jüdische Familie Redlich, die sich der Verfolgung durch die Nationalsozialisten im deutschen Oberschlesien durch Auswandern nach Kenia im Jahr 1938 entzieht, hatte sie mit Irgendwo in Deutschland und Owuors Heimkehr bereits zwei Romane zum gleichen Thema nachgelegt. Nur die Liebe bleibt ist nun ihr dritter Folgeroman zur eigenen Lebensgeschichte. Darin konzentriert sich Stefanie Zweig auf die Umstände und den Ablauf der Flucht, die Familienvater Walter Redlich mit einer Bahnfahrt nach Genua und einer anschließenden Schiffsreise nach Kenia antritt. Seine Frau Jettel und die Tochter Regina – das Alter Ego von Frau Zweig – folgen ihm später über Hamburg und Mombasa. Der Aufenthalt in Afrika selbst spielt in diesem Roman eine untergeordnete Rolle, die Geschichte endet schließlich mit dem Beginn der Rückreise nach Deutschland im Jahr 1947.
Wer einen oder mehrere der Romanvorgänger kennt und schätzt, wird auch am vierten Band von Stefanie Zweig seine Freude haben. Der Autorin gelingt es ein weiteres Mal, die Gefühle der Flüchtlingsfamilie plastisch zu schildern und die Unvorstellbarkeit der Nazigräuel nachvollziehbar zu machen. — Ein äußerst lebendiges Zeitzeugnis für alle, die deutsche Geschichte nachzuvollziehen versuchen! [mehr »]
Stefanie Zweig: Nur die Liebe bleibt, 313 S., Langen/Müller, 19,90 €
Roman
Hoch droben in einem winzigen wildromantischen Bergdorf im Schweizer Engadin hat Sonia verzweifelt Zuflucht gesucht und scheinbar auch gefunden. Doch dann passieren die ungewöhnlichsten Dinge in dem Hotel, in dem sie als Physiotherapeutin anfängt. Dinge, wie sie vor Jahrhunderten in der unheimlichen Bauernsage des "Teufels von Mailand" beschrieben wurden... Der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter schreibt alpine Romane, wie sie spannender und psychologisch raffinierter nicht vor dem inneren Auge ablaufen könnten. "Der Teufel von Mailand" ist ein garantierter "Page Turner" mit einem tiefen Blick in die Schweizer Exotik des Rhätoromanischen. Unnachahmlich gut und nicht so gewollt blutrünstig wie manch anderer der neuen Krimis.
Martin Suter: Der Teufel von Mailand, 298 S., Diogenes, 19,90 €
Musikroman
Aksel ist siebzehn, schwänzt die Schule und will ein großer Konzertpianist werden. Seine geliebte Mutter sah er ertrinken, der Vater bietet ihm keinen Halt, die rebellische Schwester geht eigene Wege. Es bricht viel auseinander in jenem Oslo der 1970er Jahre, aber die Liebe zur Musik fügt Aksel und seine Freunde (und Freundinnen) auch immer wieder zu einer Gruppe von Suchenden und Wagenden zusammen. Ketil Björnstad, im richtigen Leben selbst ein berühmter Jazzpianist und Komponist, ist mit „Vindings Spiel“ ein sehr anrührender, höchst unterhaltsamer Roman gelungen. Dessen zarter Kammerton, ständig wechselnd zwischen Dur und Moll, ist nicht nur ein Hochgenuss für Musikfreunde.
Ketil Björnstad: Vindings Spiel, 347 S., Insel Taschenbuch, 9,90 €
Krimi
Mitten in Frankfurt spielen die Hauptpassagen des neuen Finnland-Krimis "Finnisches Roulette" von Taavi Soininvaara. "Hessischer Hof", Grüneburg-Park, das neue Polizei-Präsidium, der Main-Tower und viele andere Lokalitäten mehr: der Finne hat gründlich und gut vor Ort recherchiert. So wie seine Landsleute von der Sicherheitspolizei, die ein gespenstisches, weltweites Komplott mit Biowaffen in letzter Sekunde aufdecken.
Taavi Soininvaara: Finnisches Roulette, 363 S., Kiepenheuer, 19,90 €
Kinderbibel
Keine Preisfrage, sondern eine Frage des Geschmacks: Welche kindgerechte Kinderbibel aus dem großen Angebot soll man nur nehmen? Als Elternpaar eines jetzt Siebenjährigen haben sich Bollingers einhellig für "Die große bunte Kinderbibel" aus dem Loewe-Verlag entschieden. Das Unbegreifliche macht sie verständlich, das Anschauliche geht nicht wirklich über in Grausamkeit und Gewalt – das größte Manko der biblischen Geschichte(n). Spannend in einer diesseitigen Sprache erzählt und liebevoll gezeichnet – so dass mancher Vorleser gefesselt bleibt. Nur kein Streit, wer abends vorlesen darf…
Die große bunte Kinderbibel, 190 S., Loewe-Verlag, 10,00 €
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